Carlos Regelecke

Vielen lieben Dank Carlo für Deine Unterlagen (auf der Downloadseite). Diese stehen unter dem Copyrightschutz. Bitte zuerst Carlo kontaktieren. (vadder.schulz&#64t-online.de)

Schirikollege Karl-Peter Schulz aus dem Bezirk Gießen, der über 40 Jahre dem Schiriwesen treu ist und viel erlebt hat, als Bundesligaschiri, Lehrwart und Gespannsförderer, schaffte es mit seinen Berichten und Maßnahmen die “Aufhörer-Quote “der Jungschiris von 79% auf 3% zu senken !!!
Carlo schrieb seine Erlebnisse und Anekdoten als Schiri in ein Buch :
“Wir wissen wo dein Auto steht! 40 Jahre mit der Pfeife”  Als Taschenbuch € 12,80 und als E-Book € 7,99

Wunder gibt es immer wieder… …….aber sie beruhen auf Erkenntnis und Umsetzung ( Carlo Schulz )
Januar 2001: Der Handball-Bezirk Gießen im Hessischen Handball Verband hat seine JungschiedsrichterInnen zu einem eigens für sie eingerichteten Lehrgang eingeladen und einen Raum für die 100 ausgebildeten Neulinge gebucht. Es erscheinen 21 junge Frauen und Männer und es stellt sich heraus, dass 79 schon nach ihren ersten Spielen die Pfeife an den berühmten Nagel gehängt haben.
Januar 2011: Der Handball-Bezirk Gießen im Hessischen Handball Verband hat seine JungschiedsrichterInnen zu einem eigens für sie eingerichteteten Lehrgang eingeladen und einen Raum für die 80 ausgebildeten Neulinge gebucht. Es erscheinen 78 junge Frauen und Männer und es stellt sich heraus, dass nur 2 schon nach ihren ersten Spielen die Pfeife an den berühmten Nagel gehängt haben.Was ist da inzwischen geschehen oder grenzt es an ein Wunder? Nun, dieser schöne Erfolg beruht auf Erkenntnis und Umsetzung, was zu beweisen und darzulegen sein wird:Als der damals noch als Oberliga-Schiedsrichter tätige Jürgen Baumann aus Lützellinden bei Gießen das Amt des Schiedsrichter-Wartes übertragen bekommt, nimmt er sich vor, die Misere bei den Neulingen entschlossen anzugehen und zu beenden.Eine seiner ersten Maßnahmen ist es, seinen Gespann-Partner Carlo Schulz, ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter, damit zu beauftragen, das Thema „Gewaltprävention“ in die Neulinge-Ausbildung zu integrieren. Fortan analysiert Carlo Schulz die Gründe für das Gewaltaufkommen in der Gesellschaft und leitet über zur gegen die Unparteiischen angewandten Gewalt, sei sie verbal oder sogar physisch. Anhand eigener erlebter Vorfälle macht er klar, dass die Gewalt keineswegs persönlich zu nehmen ist, denn „nächstes Wochenende ist der nächste Pfeifenmann/die nächste Pfeifenfrau dran.“ Am Ende der Einheit erarbeiten die in Gruppen aufgeteilten Neulinge die Antwort auf die Frage: „Wenn ich jetzt meine ersten Spiele pfeife, dann werde ich…“ Und in den Antworten wird klar, dass die Botschaft angekommen ist.Daneben sorgt Jürgen Baumann dafür, dass die Neulinge von ihren Vereinen Coaches gestellt bekommen, die sie zu den Spielen begleiten. Dabei lässt es der SR-Wart nicht bei Appellen; er spricht zahlreiche erfahrene Kameradinnen und Kameraden an und gewinnt sie so für ihre verantwortungsvolle Aufgabe. In der Abteilung Methodik wirbt Carlo Schulz für das Fair Play und fordert die TrainerInnen dazu auf, das unfaire Verhalten – vor allem der Trainerzunft und der anwesenden Eltern – zu unterbinden. Ergänzend dazu arrangiert er die Präsentation zum Thema „Fair Play“ vor der Vereinsvertreter-Sitzung der Jugendwarte, in der ebenfalls die Verantwortung der Vereine hinsichtlich der Haltung zu den Unparteiischen herausgestellt wird.Nach bestandener Prüfung erhält jeder Neuling ein schickes T-Shirt mit der Aufschrift: „ich bin Handball-Schiedsrichter im Bezirk Gießen.“ Ein Präsent, das Zusammengehörigkeit, Identifikation und zugleich auch Motivation mit sich bringt.Den Neulingen wurde aber auch eine Hot-Line errichtet, die sie dann nutzen können, wenn sie in einer Halle vor Problemen stehen, die sie  alleine nicht lösen können. Diese Hot-Line ist bis heute insgesamt vier Mal in Anspruch genommen worden, wobei die Probleme jedes Mal einvernehmlich gelöst werden konnten.Die dritte Maßnahme Jürgen Baumanns ist schließlich das Coaching von neu gebildeten Gespannen durch den Bezirk. Er sucht und findet viele geeignete Coaches, die von einem Betreuer, dem ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Rainer David, gesteuert werden. Im ersten Jahr des Coaching erhalten die Jung-Gespanne noch keinen Beobachtungsbogen, sondern es bleibt bei guten und fachgerechten Ratschlägen. Im zweiten Jahr werden Punkte verteilt und nur die Besten werden nach der Saison-Halbzeit weiter gecoacht. Hier gibt es derzeit Überlegungen, das System dahin gehend zu verändern, dass die Jung-Gespanne einen festen Coach bekommen und sich schon in ihrem ersten Jahr Punktwertungen stellen müssen, damit eine intensivere Fortführung der Förderung gewährleistet werden kann.Die Coaches haben ihre Beratungs-Schwerpunkte in einer PPP festgehalten, die jedem Gespann vorliegt. So weiß man, was einem erwartet und auf welche Aufgaben speziell geachtet wird.2009 hat Jürgen Baumann das Amt des SR-Wartes abgegeben und ist Bezirks-SR-Lehrwart geworden. Doch all seine Maßnahmen laufen weiter und werden beständig innoviert.Sie haben zu einer deutlichen Verbesserung des Klimas im Bezirk Gießen geführt. Mit der Verbesserung geht auch eine zwar langsame, aber dennoch stetige Leistungsverbesserung der Neulinge und Jung-Gespanne einher.Besonders stolz ist man im Bezirk Gießen darauf, dass der Hessische Handball Verband die PPP zur Gewaltprävention von Carlo Schulz als Pflichtmodul für alle HHV-Bezirke übernommen und Carlo Schulz mit deren Präsentation im ganzen Land Hessen beauftragt hat. Wunder gibt es immer wieder – aber sie beruhen auf Erkenntnis und Umsetzung von als notwendig erachteten Maßnahmen: quod erat demonstrandum.

Warum hören denn so viele Schiris zu früh wieder auf ???
Ich würde mir wünschen, daß wir in die Ausbildung unserer Jungschiris mehr Qualität als Quantität reinbringen könnten. Durch die u.a. finanziellen Umstände wird in 4 Lehrtagen in knapp 14 Stunden die Theorie gepaukt und die praktische Ausbildung fällt fast aus. Die praktische Ausbildung folgt erst nach der bestandenen Prüfung und dann auch nur verstärkt bei den Gespannen, die sich gebildet hatten.Die Einzelschiris müssen darauf hoffen einen Coach/Mentor für sich zu finden. Zukünftig soll bei der Meldung der Anwärter auf dem Meldebogen auch ein Coach mitgemeldet werden. Wie viele Jungschiris werden gemeldet, die sich der Verantwortung nicht bewußt sind? Ich bin der festen Überzeugung, bei einer besseren, sprich, längeren Ausbildungsphase, den Jungschiris mehr Sicherheit auf der Platte mitgeben zu können. Wer mit dem Regelwerk spielen kann, also es beherrscht, der fühlt sich auch auf dem Platz wohler. Der Rest kommt dann mit der Praxis. Sicherlich folgen andere Gründe, wie z.B. Schule, Ausbildung, Job, Umzug, Krankheit, Alter. ( Heiko )

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