E-learning für Handballschiedsrichter
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DHB Anweisungen

Achtung! Dies ist die vom DHB übersetzte Version. Eine von der IHF veröffentlichte deutsche Version liegt noch nicht vor. Richtlinien und Interpretationen der IHF-Spielregeln Ausgabe 1. Juli 2018

Regel zu den letzte 30 Sekunden
Die Regeln 8:10c und 8:10d wurden 2016 modifiziert, mit dem Ziel zu verhindern, dass bestimmte unsportliche Verhaltensweisen der Spieler in den letzten Momenten eines Spiels, der Mannschaft des fehlbaren Spielers die Gelegenheit geben, das Spiel zu gewinnen.
Gleichzeitig erleichtern diese Regeln für die zurückliegende Mannschaft in diesem Moment die Möglichkeit, ein oder mehrere Tore zu erzielen und die Aufmerksamkeit der Zuschauer bis zur letzten Sekunde des Spiels zu erhalten.
Regel 8:10c bestraft diejenigen mit einem 7-Meter-Wurf, die im letzten Moment die Ausführung eines Wurfes zerstört oder verzögert haben, und die Regel 8:10d bestraft die Mannschaft mit einem 7-Meter-Wurf, bei der einer ihrer Spieler / Funktionäre für eine Aktion in den letzten Sekunden disqualifiziert wurde während der Ball im Spiel war. Letzteres zeigte keine wesentlichen Interpretations-schwierigkeiten.
Regel 8:10c war nur anwendbar, wenn der Ball nicht im Spiel war und ein Verteidiger eine Wurfausführung verhinderte oder verzögerte. Aber diese Regel hat zu falschen Interpretationen von Schiedsrichtern, Spielern und anderen Handballakteuren geführt, ebenso konnten bestimmte sehr unsportliche Verhaltensweisen identifiziert werden, die nach dem derzeitigen Wortlaut dieser Regel nicht angemessen bestraft werden konnten und es der fehlbaren Mannschaft erlaubten, das Spiel zu gewinnen, mit dem schlechten Image, dass das für den Handball brachte.
Aus diesem Grund hat die IHF durch die Arbeitsgruppe Neue Regeln (NRWG), der Regel- und Schiedsrichterkommission (PRC) und der Trainer- und MethodikKommission (CCM) beschlossen, die Interpretation dieser Regel geringfügig zu ändern, indem die bestehende Richtlinie „Nichteinhalten des Abstands (Regel 8:10c)“, eine zusätzliche Interpretation einschließt, bei der 7m + Disqualifikation auch
während der Ausführung gilt, wenn eine aktive regelwidrige Aktion eines Verteidigers bei der Ausführung des Wurfes folgendermaßen stattfindet:
Aktualisierung bestehender Richtlinie Nichteinhalten des Abstands (Regel 8:10c) . Das „Nichteinhalten des Abstands“ führt zu einer Disqualifikation + 7m Wurf, wenn ein Wurf in den letzten 30 Sekunden des Spiels nicht ausgeführt werden kann.
Die Regel findet Anwendung, wenn das Vergehen innerhalb der letzten 30 Sekunden des Spiels oder zusammen mit dem Schlusssignal begangen erfolgte ( siehe Regel 2:4, Absatz 1 ). Die Schiedsrichter treffen hierzu eine Entscheidung aufgrund ihrer Tatsachenfeststellung (Regel 17:11). Wird das Spiel wegen einer Wurfverhinderung in den letzten 30 Sekunden unterbrochen, die nicht direkt mit der Wurfvorbereitung oder der Wurfausführung zusammenhängt (beispielsweise Wechselfehler, unsportliches Verhalten im Auswechselbereich), ist die Regel 8:10c auch anzuwenden.
Wenn der Wurf (z. B.) ausgeführt ist und von einem zu nahestehenden Spieler geblockt wird, der das Wurfergebnis aktiv zerstört oder den Werfer während der Ausführung stört, ist die Regel 8:10c ebenfalls anzuwenden.
Wenn ein Spieler weniger als 3 m vom Werfer entfernt ist, aber nicht aktiv in die Ausführung eingreift, wird er nicht bestraft. Wenn der Spieler, der zu nahe steht, diese Position benutzt, um den Wurf zu blockieren oder den Pass des Werfers abzufangen, gilt die Regel 8:10c auch.

Aktualisierung bestehender Richtlinie Versorgung verletzter Spieler (Regel 4:11)
Haben sich, beispielsweise durch einen Zusammenprall mehrere Spieler der gleichen Mannschaft verletzt, können die Schiedsrichter oder der Delegierte weiteren teilnahmeberechtigten Personen, bis maximal 2 Personen je verletztem Spieler, erlauben, die Spielfläche zwecks Versorgung von Verletzten zu betreten. Ebenso überwachen die Schiedsrichter und der Delegierte das Betreten der Spielfläche
durch Personen des Sanitätsdienstes.

Neue Richtlinie: Zählen der Pässe für passives Spiel (Regel 7:11, Erläuterung 4, Anhang 3, Beispiele 13/14)   Tabelle 
Wenn ein Torwurf geblockt wird und zurück zum Spieler oder einem Mitspieler geht, zählt dies als Pass.

Neue Richtlinie: Disqualifikation des Torwarts gemäß Regel 8:5 Kommentar
Die Situation gilt, wenn der Torwart aus dem Torraum kommt oder er sich in einer ähnlichen Position außerhalb des Torraums befindet und einen Zusammenprall mit dem Gegner verursacht.
Es gilt nicht, wenn der Torwart in die gleiche Richtung läuft wie der Gegner, beispielsweise wenn er aus dem Auswechselraum kommt.

Neue Richtlinie: 7m bei leerem Tor (Regel 14:1 und Erläuterung 6c)
Die Definition einer klaren Torgelegenheit gemäß der in Erläuterung 6c beschriebenen Situation, wenn es eine klare und ungehinderte Möglichkeit gibt, den Ball ins leere Tor zu werfen, verlangt, dass der Spieler Ballbesitz hat und eindeutig versucht, direkt auf das leere Tor zu werfen. Diese Situation gilt als klare Torgelegenheit, bei allen Arten von Verstößen, ob der Ball im Spiel ist oder nicht und jedem Wurf der bei korrekten Positionen des Werfers und seiner Mitspieler ausgeführt wird.

Neue Richtlinie: Verwendung des Videobeweises
In Bezug auf die Entscheidung Tor / kein Tor, die nach dem Einsatz der Videobeweis-Technologie
getroffen wird, gibt es eine verlängerte Frist, bis wann das Tor zurückgenommen werden kann. Was gemäß Regel 9:2 bis zum nächsten Anwurf erfolgen muss, verlängert sich bis zum nächsten Wechsel des Ballbesitzes.

Neue Richtlinie: Spieler betritt die Spielfläche mit falscher Nummer oder falscher Trikotfarbe (Regeln 4:7 – 4:8)
Ein Verstoß gegen die Regeln 4:7 und 4:8 führt nicht zu einem Wechsel des Ballbesitzes. Es kommt nur zur Unterbrechung des Spiels, der Spieler wird aufgefordert den Fehler zu korrigieren und Spielfortsetzung mit Wurf für die Mannschaft, die im Ballbesitz war.





Liebe Sportfreunde, ( Ausrüstungsreglement – IHF-Fassung – Stand 18.06.2018 )

Ab der neuen Saison, bzw. ab 01.07.2018, können wir die Änderungen zu den Ausrüstungen der Spieler jetzt für den Spielbetrieb des DHB übernehmen, da diese Änderungen bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden. Diese haben wir aber auch im letzten Jahr aus den bestimmten Gründen nicht sofort übernehmen können.

In der Anlage übersende ich euch diese geänderte Fassung, die unser DHB-Regelexperte Jürgen Scharoff mit Zusatzkommentaren versehen hat. Ich weise aber darauf hin, dass wir auch für den Spielbetrieb der Bundesligen die hauptsächlich für den internationalen Spielverkehr gedachten Einschränkungen bzw. Vorgaben nicht komplett übernehmen (z.B. gleichfarbige Socken, Unterziehhemden und -hosen in Trikotfarben, Mundschutz nicht farbig, Torwartleibchen mit Loch). Alle anderen Schutzausrüstungen und Sportbekleidungen waren ja auch bisher schon entweder erlaubt oder nicht erlaubt.

Bitte steuert diese Informationen in euren LV auch bis an die Basis, damit eine einheitlicher Kenntnisstand vorhanden ist.

Viele Grüße Wolfgang , Wolfgang Jamelle, DHB-Schiedsrichterwart / Referee Chairman






Hinweise zur Regelauslegung für den Bereich des DHB-SR-Lehrwesens. Die nachfolgenden Hinweise und Interpretationen von Regelinhalten behandeln, ergänzend zum IHF-Regelwerk, dem IHF-Lehrbuch für Aus-und Weiterbildung sowie den Veröffentlichungen auf der DHB-Webseite im Rahmen der Regelecke und Richtlinien, eine einheitliche Auslegung zu speziellen und aktuellen Regel- und Auslegungsfragen.
Zielsetzung:
 Vereinheitlichung von Regelauslegungen im Bereich des DHB
 Vorgaben und Hilfen für die Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter(Innen) im Bereich der Landesverbände, Bezirke und Kreise
(Stand: 2015/16)

Nach bestem Wissen habe ich die Fragen und Antworten zum neuen Regelwerk 2016 ergänzt. Hier ging es im wesentlichen um die letzte Minute , die nun umbenannt wurde in die letzten 30 Sekunden (Heiko)

Disqualifikationen mit und ohne Bericht
Vorgehensweise:
– Time Out
– SR sollen zusammenkommen, damit evtl.Unklarheiten ausgeräumt werden können.
– Der Schiedsrichter, der die Entscheidung zur Spielunterbrechung getroffen hat, soll auch die Disqualifikation anzeigen.
– Einer der beiden Schiedsrichter informiert vor Wiederanpfiff Z/S und im Falle einer Disqualifikation mit Bericht auch die Mannschaftsverantwortlichen über die Entscheidung durch das Zeigen der blauen Karte
Außendarstellung:
– Grundsätzlich sollen die Schiedsrichter keinerlei Handzeichen bzgl. des Disqualifikationsgrundes geben. Hierdurch werden u.a. Fehlinterpretationen der Schiedsrichterentscheidung seitens Dritter vermieden. Außerdem werden nicht regelkonforme Handzeichen unterlassen.
– Eine Kommentierung gegenüber am Spiel Beteiligten (Offizielle und Spieler) sollte zunächst auf die Bekanntgabe der getroffenen Entscheidung beschränkt bleiben. Weitere Erläuterungen sollen, wenn überhaupt erforderlich auf ein Mindestmaß reduziert werden. Grundsätzlich sollten auf dem Spielfeld möglichst wenige verbale   bzw. keine nonverbalen Kommentierungen (Handzeichen) erfolgen.
– Eine Erläuterung des Sachverhaltes kann nach dem Spiel (ggf. in der Kabine)   erfolgen.

Top 2
Antäuschen von formalen Würfen und eine damit verbundene bewusste Provokation einer Abstandsverletzung seitens der Abwehr (insbesondere seitens des ausführenden Spielers)
– Grundsätzlich ist das Antäuschen der Ausführung eines Wurfes (Freiwurf, 7m-Wurf, etc) regeltechnisch erlaubt, sofern hierbei nicht die 3-Sekunden-Regel verletzt wird.
– Nicht erlaubt ist das Antäuschen eines Wurfes mit sofortigem Hinweis an die Schiedsrichter, dass die abwehrende Mannschaft den Abstand nicht eingehalten hat. Dies stellt ein unsportliches Verhalten seitens der ausführenden Mannschaft dar und ist durch die Schiedsrichter zu sanktionieren:
o 1. Mal: deutlicher Hinweis an die ausführende Mannschaft, dies zu unterlassen. Hierbei sollte ein Hinweis auf eine mögliche Bestrafung im Wiederholungsfall erfolgen. Spielfortsetzung mit Wiederholung des Wurfes nach Anpfiff
o Ab dem 2. Mal: Progressive Ahndung dieser Unsportlichkeit entsprechend der Progressionsreihe, beginnend bei einer Verwarnung, sofern das entsprechende „Kontingent“ noch nicht erschöpft ist (siehe Kommentar zur Regel 16:1). Spielfortsetzung mit Wiederholung des Wurfes nach Anpfiff.
o Wichtig: Unabhängig von den vorstehenden Ausführungen ist immer darauf zu achten, dass die Ausgangsstellung beider Mannschaften war vor der Wurfausführung regelentsprechend ist. Andernfalls ist die Ausgangsstellung zu korrigieren und nach korrekter Aufstellung die Wurfausführung mit Anpfiff  fortzusetzen.

Top 3
Abstandsverletzung der gegnerischen Mannschaft bei der Anwurfausführung
– Fall 1: Ein Spieler der verteidigenden Mannschaft läuft durch den Anwurfbereich, ohne den erforderlichen Abstand zum anwerfenden Spieler einzuhalten. Dieses Verhalten hat allerdings keine Auswirkung auf die (schnelle) Ausführung des Anwurfes (Tatsachenfeststellung durch die Schiedsrichter)
Spielfortsetzung: Vorteil laufen lassen, evtl. im Nachgang Hinweis an den Spieler.
– Fall 2: Ein Spieler der verteidigenden Mannschaft läuft durch den Anwurfbereich, ohne den erforderlichen Abstand zum anwerfenden Spieler einzuhalten. Dieses Verhalten hat allerdings eine Auswirkung auf die (schnelle) Ausführung des Anwurfes (Tatsachenfeststellung durch die Schiedsrichter).
Spielfortsetzung: Spielunterbrechung und progressive Bestrafung des fehlbaren Spielers.
Spielfortsetzung mit Freiwurf, sofern der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung die Hand des ausführenden Spielers bereits verlassen hatte. Wiederholung mit Pfiff zum Anwurf, sofern der Ball zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung die Hand des Werfers noch nicht verlassen hatte.
– Fall 3: Stellen die Schiedsrichter fest, dass der ausführende Spieler bewusst eine mögliche Strafe des Gegenspielers provoziert hat, handelt es sich analog zu Top 2 um ein unsportliches Verhalten. Dieses Verhalten ist ebenfalls zu sanktionieren.
o 1. Mal: deutlicher Hinweis an die ausführende Mannschaft, dies zu unterlassen. Hierbei sollte ein Hinweis auf eine mögliche Bestrafung im Wiederholungsfall erfolgen.
o 2 Ab dem 2. Mal: Progressive Ahndung der Unsportlichkeit entsprechend der Progressionsreihe, beginnend bei einer Verwarnung, sofern das entsprechende „Kontingent“ noch nicht erschöpft ist (siehe Kommentar zur Regel 16:1).  Spielfortsetzung: Wiederholung des Anwurfes mit Anpfiff.
– Fall 4: „Schnelle Mitte“: Der Torwart trifft beim Pass zu einem am Mittelpunkt bereitstehenden Mitspieler einen gegnerischen Spieler. Dadurch ist eine schnelle Ausführung des Anwurfes nicht möglich.
o 1. Möglichkeit: Der Spieler ist beim Zurücklaufen schon in unmittelbarer Nähe des zum Anwurf bereitstehenden Spielers. Er hält dabei den regelgerechten Abstand nicht ein. Hier ist analog Fall 2 zu verfahren.
Spielfortsetzung: Anwurf mit Anpfiff
o 2. Möglichkeit: Der Spieler ist beim Zurücklaufen noch deutlich vom Anwurfpunkt entfernt. Hier kann nicht von einer gezielten oder beabsichtigten Spielbeeinflussung durch den angeworfenen Spieler gesprochen werden.
Spielfortsetzung: Anwurf mit Anpfiff
o 3. Möglichkeit: Der Torwart wirft einen Spieler „bewusst“ an, um eine Strafe zu provozieren:
1. Mal: deutlicher Hinweis an den Torwart, dies zu unterlassen. Hierbei sollte ein Hinweis auf eine mögliche Bestrafung im Wiederholungsfall erfolgen. Spielfortsetzung: Anwurf mit Anpfiff.
Ab dem 2. Mal: Progressive Ahndung dieser Unsportlichkeit entsprechend der Progressionsreihe, beginnend bei einer Verwarnung, sofern das entsprechende „Kontingent“ noch nicht erschöpft ist (siehe Kommentar zur Regel 16:1). Spielfortsetzung: Anwurf mit Anpfiff.

Top 4
Der Torwart wirft nach einem Tor den Ball über den Anwurfpunkt hinaus in die gegnerische Spielfeldhälfte
– 1. Mal: deutlicher Hinweis an Torwart mit entsprechendem Handzeichen, dies zu unterlassen. Spielfortsetzung mit Anwurf nach Anpfiff
– Ab dem 2. Mal: sofortiges Anzeigen des Vorwarnzeichens für Passives Spiel (IHF-Handzeichen # 17) nach Ausführung des Anwurfs. Spielfortsetzung: Anwurf nach Anpfiff.
Wichtig: Grundsätzlich sollte kein Time Out gegeben werden. Das Vorwarnzeichen ist im Allgemeinen ausreichend. Time Out sollte nur gegeben werden, wenn die gegnerische Mannschaft durch die Aktion des Torwartes benachteiligt wird.

Top 6
Aufstellung der Schiedsrichter bei der Ausführung eines 7-m-Wurfes
– Der Feldschiedsrichter platziert sich grundsätzlich auf der Wurfarmseite des ausführenden Spielers. Die Schiedsrichter sollten sich erst auf ihre Positionen begeben, wenn erkennbar ist, welcher Spieler (Links- oder Rechtshänder) den Wurf ausführen wird.
– Die empfohlene Aufstellung des Feldschiedsrichters ist in der Nähe der Seitenauslinie auf Höhe der gedachten Verlängerung der 7-m-Linie, sofern dabei der direkte Blick auf die Wurfausführung gewährleistet ist. Andernfalls kann sich der Feldschiedsrichter auch mit einer entsprechenden Toleranz (ca. 0,5 m) vor oder hinter dieser Position platzieren.
–  Der Feldschiedsrichter verlässt keinesfalls unmittelbar nach dem Anpfiff des 7-m-Wurfs seine Position. Er bleibt bis zum Erkennen der unmittelbar folgenden Spielfortsetzung (Torerfolg, Abwurf etc.) auf seiner Position, um ggf. Regelwidrigkeiten erkennen zu können.

Top 7
Freiwurf oder 7-m-Wurf kurz vor dem Schlusssignal (letzte 1 – 3 Sekunden)
Wenn 1 bis 3 Sekunden vor dem Schlusssignal der beiden Halbzeiten des Spiels oder ggf. erforderlicher Verlängerungen auf Time-out entschieden wurde und zur Spielfortsetzung noch ein Freiwurf oder 7-m-Wurf auszuführen ist, dürfen die Schiedsrichter weder durch Anweisungen noch verbale Hinweise an die ausführenden Spieler Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen. Dies bedeutet insbesondere, dass auch gut gemeinte Hinweise, z. B. 2 Sekunden vor Spielende zunächst das Schlusssignal abzuwarten und den Freiwurf oder 7-m-Wurf nicht auszuführen, in keinem Fall erfolgen dürfen. Bei entsprechenden Rückfragen seitens der Spieler kann der Schiedsrichter kurz auf die regeltechnischen Möglichkeiten hinweisen.

Top 8
Nicht im Spielprotokoll eingetragene Ärzte
Aufgrund der maximal möglichen Anzahl von Offiziellen kann es vorkommen, dass ein in der Halle anwesender Arzt der Heim- oder Gastmannschaft nicht im Spielprotokoll eingetragen werden kann. Dies hat zur Folge, dass sich dieser Arzt grundsätzlich nicht zu einer Verletzungsbehandlung auf das Spielfeld begeben darf. Dies ist ausschließlich jeweils zwei auf dem Spielprotokoll eingetragenen Personen gestattet. Spieltechnische Folgen beim Betreten der Spielfläche durch einen nicht eingetragenen Arzt:
– Betritt ein Arzt ohne besondere Aufforderung / Genehmigung durch die Schiedsrichter die Spielfläche, ist der Mannschaftsverantwortliche der betroffenen Mannschaft progressiv zu bestrafen. Eine Ausnahme besteht bei der Abwendung einer lebensbedrohlichen Situation für einen verletzen Spieler. In diesem Fall bleibt das Betreten der Spielfläche ohne Folgen.
– Wird dem Arzt das Betreten der Spielfläche durch die Schiedsrichter genehmigt, bleibt auch dieses Betreten der Spielfläche ohne Folgen.
–  Dieser Vorgang ist allerdings nach dem Spiel im Spielbericht zu vermerken.In der Technischen Besprechung vor dem Spiel ist abzuklären, ob ein Arzt anwesend ist und ob dieser im Spielprotokoll eingetragen ist. Für den Fall, dass nur bei einer der beiden Mannschaften ein Arzt anwesend und im Spielprotokoll eingetragen ist, wird in der Technischen Besprechung geklärt, ob dieser bei Verletzungen eines Spielers der gegnerischen Mannschaft behandelnd eingreifen kann. Dies kann allerdings nicht dazu führen, dass mehr als zwei teilnahmeberechtigte Personen die Spielfläche zur Betreuung des verletzten Spielers betreten. Eine analoge Anwendung dieser Regelung kann für einen nur bei einer Mannschaft eingetragenen Physiotherapeuten getroffen werden. In diesem Fall kann dieser dann Spieler der anderen Mannschaft ebenfalls behandeln. Auf derartige Vereinbarungen sind alle Beteiligten der technischen Besprechung besonders hinzuweisen.

Top 9
Team-Time-Out (TTO) und dessen Ablauf
Nachfolgend wird noch einmal die grundsätzliche Ablauf der TTO-Phase aufgeführt
– Pfiff durch Zeitnehmer (gleichzeitig wird durch Hochheben der Grünen Karte das TTO und die beantragende Mannschaft signalisiert)
– Der Feldschiedsrichter betätigt das TTO durch Anzeigen der Richtung bzw. Mannschaft, die das TTO beantragt hat
– Erst jetzt startet der Zeitnehmer die separate Uhr.
– Beide Schiedsrichter begeben sich zügig zur Mitte des Spielfeldes und stimmen sich kurz hinsichtlich ihrer Aufzeichnungen ab
– Beide Schiedsrichter können dann zum Zeitnehmer/Sekretär-Tisch gehen
o Einer der beiden Schiedsrichter führt mit dem Zeitnehmer/Sekretär die notwendigen Abstimmungen durch.
o Der zweite Schiedsrichter hat die beiden Mannschaften im Blick.
o Die Schiedsrichter sollten das TTO nutzen, um Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
–  Zum Ende des Team-Time-out begibt sich der zukünftige Torschiedsrichter zügig auf seine Position an die Torauslinie.
– Der Feldschiedsrichter bleibt bis zum Ablauf des TTO am Zeitnehmer/Sekretär-Tisch und sorgt für eine zügige Spielfortsetzung.
Hinweis: In der Vergangenheit gab auch immer wieder Situationen, bei denen nicht im Spielprotokoll eingetragene und / oder „passiv“-gestellte Spieler, weitere Funktionäre der Mannschaft, Fotografen, etc. während eines TTO auf das Spielfeld kamen und an der TTO-Besprechung teilnahmen bzw. versuchten Fotos aus der Nahdistanz zu machen. Dies ist nicht zulässig und muss von den Schiedsrichtern unterbunden werden. Ggf. ist ein Eintrag im Spielbericht vorzunehmen.
In der anlaufenden Spielzeit 2012/13 nutzt die DKB HBL die Möglichkeit, jedem Team drei Auszeiten in einem Spiel zu gewähren. Damit kann jede Mannschaft während der regulären Spielzeit (Verlängerungen ausgenommen) insgesamt drei Team Time-Outs beantragen. In jeder Halbzeit der regulären Spielzeit sind allerdings nur zwei Team Time-Outs möglich und in den letzten fünf Minuten der Partie nur eines. Zwischen den einzelnen Auszeiten einer Mannschaft muss zudem der Gegner mindestens einmal im Ballbesitz sein.
Jede Mannschaft verfügt über drei grüne Karten mit den Nummern 1, 2 und 3, um so den regelgerechten Ablauf der drei Time-Outs sicherstellen zu können.
„Für die erste Halbzeit muss jede Mannschaft ihre grünen Karten mit den Nummern 1 und 2, für die zweite Halbzeit die Karten Nr. 2 und 3 vorhalten, sofern die Mannschaft in der ersten Halbzeit nicht mehr als ein Team Time-out erhalten hat. Für den Fall, dass die Mannschaft in der ersten Halbzeit zwei Team Time-Outs erhalten hat, erhält sie für die zweite Halbzeit Karte Nr. 3. In den letzten fünf Spielminuten der regulären Spielzeit erhält jede Mannschaft lediglich ein Team Time-out“

Top 10
Sogenannte „Rudelbildung“ im Spiel
– In derartigen Situationen kann es ggf. durchaus sinnvoll sein, dass einer der beiden Schiedsrichter „schlichtend“ eingreift, um Schlimmeres zu verhindern. Die Entscheidung hierüber liegt aber beim jeweiligen Schiedsrichter.
– Der zweite Schiedsrichter muss sich in diesen Situationen in der Distanz aufhalten, um das weitere Geschehen besser beobachten zu können.
– Nach Beruhigung der Situation treffen sich die beiden Schiedsrichter, ohne Anwesenheit Dritter auf der Spielfläche und klären intern die Abläufe und die weitere Vorgehensweise
– Danach werden die ggf. vorzunehmenden Bestrafungen ausgesprochen.
– Gerade in diesen Fällen sollten die Schiedsrichter Umsicht walten lassen und angemessene Entscheidungen treffen, um eine ordnungsgemäße Fortsetzung des Spieles zu gewährleisten, sofern das Spiel zu diesem Zeitpunkt nicht schon beendet war.

Top 11
Betreten des Torraumes durch Angriffs- oder Abwehrspieler
Grundsätzlich ist von den Schiedsrichtern das Betreten des Torraums entsprechend dem Regelwerk zu ahnden. Ob dabei ein regelwidriger Vorteil entstanden ist, lässt sich meist nur unter Berücksichtigung der unmittelbar zuvor stattfindenden Aktionen regelgerecht beurteilen. Insofern ist meist auch der Laufweg der Spieler vor dem Betreten des Torraums von entscheidender Bedeutung.Unterschieden werden muss zudem, ob es ein Spieler der angreifenden oder verteidigenden Mannschaft mit oder ohne Ball den Torraum betritt
– Angriffsspieler: Das Betreten des Torraumes mit Ball ist umgehend zu ahnden (Abwurf für die abwehrende Mannschaft). Ein Augenmerk muss aber auch darauf liegen, ob der fehlbare Spieler erst durch eine regelwidrige Aktion des Abwehrspielers erst in den Torraum gelangt ist. In diesem Fall kann die Spielfortsetzung nur Freiwurf oder 7-m-Wurf zugunsten der angreifenden Mannschaft lauten.
– Abwehrspieler: Hier sind zwei grundsätzliche Fälle zu unterscheiden.
o Ein Abwehrspieler betritt zum ersten Mal den Torraum, um sich eine Vorteil zu verschaffen (z.B. Abwehrverhalten gegen einen Kreisläufer innerhalb des Torraumes etc.). Hier hat vor allem der Torschiedsrichter unter Beachtung einer möglichen Vorteilsauslegung einzugreifen und den Spieler zu ermahnen.
o Ein Abwehrspieler (derselbe Spieler oder ein anderer seiner Mannschaft) betritt in der Folge zum wiederholten Mal den Torraum. Hier erfolgt dann eine progressive Bestrafung beginnend mit einer Verwarnung sofern diese gemäß den Bestimmungen des Kommentars zur Regel 16:1 noch möglich. Zur Abgrenzung eines gemäß IHF-Regelwerk tolerierbarem gegenüber einem nicht mehr zu tolerierendem Abwehrverhalten, kann der Hinweis aus der folgenden Grafik zur Entscheidungsfindung herangezogen werden:

Top 12
Abstandsvergehen
Bei der Ausführung der Freiwürfe (insbesondere an der Freiwurflinie ist zu beachten, dass die verteidigende Mannschaft immer nur dann für ein Abstandsvergehen bestraft werden kann, wenn die Aufstellung beider Mannschaften vor Ausführung des Wurfes korrekt gewesen ist. Trifft dies nicht zu, ist zunächst die falsche Ausgangsstellung zu korrigieren. Anschließend ist die Spielfortsetzung anzupfeifen. Für progressive Bestrafungen gelten folgende Grundsätze:
– Die Ausgangsstellung einer der beiden oder beider Mannschaften war nicht korrekt (z. B.: Angreifer innerhalb der Freiwurflinie oder Abwehrspieler hatte den korrekten Abstand noch nicht eingenommen)
> Hier ist eine Korrektur seitens der Schiedsrichter erforderlich, eine persönliche Strafe wegen eines zu geringen, regelwidrigen Abstandes erfolgt nicht.
– Ein Abwehrspieler verkürzt vor oder während der Wurfausführung den Abstand zum ausführenden Spieler regelwidrig zum ersten Mal. Dabei ergibt sich ein Nachteil für die Wurfausführung der angreifenden Mannschaft
> Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel und sprechen eine progressive Bestrafung gegen den fehlbaren Spieler aus (beginnend mit Verwarnung und unter Beachtung der Bestimmungen des Kommentars zur Regel 16:1).
– Jedes weitere derartige Vergehen der abwehrenden Mannschaft ist ebenfalls progressiv zu bestrafen. Dies bedeutet, dass ein weiterer Spieler für ein nachfolgendes gleichartiges Vergehen durchaus auch noch eine Verwarnung erhalten kann.

Top 13
Modernes“ Stellungsspiel der Schiedsrichter
Vorab muss betont werden, dass ein „ideales Stellungsspiel“ über die gesamte Spielzeit nicht immer möglich ist, zumal dieses auch immer abhängig von der jeweiligen Spielsituation ist. Allerdings müssen die Schiedsrichter immer bestrebt sein, durch ein „aktives“ und nicht „statisches“ Bewegungsverhalten, eine optimale Position und eine gute Sicht auf das Spielgeschehen zu erreichen. Nachfolgend sind ein paar wesentliche Gesichtspunkte bzw. Merksätze aufgeführt, die in der Regel dazu beitragen eine optimalere Entscheidungsfindung zu erreichen:
– Fitness ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Lauf- und Stellungsspiel der Schiedsrichter. Gerade gegen Ende des Spieles sind die Schiedsrichter besonders gefordert. In diesen Phasen unterstützt ein guter körperlicher Zustand auch eine klare Entscheidungsfindung.
– Entscheidungen „aus der Bewegung“ sind besser, als Entscheidungen die „aus dem Stand“ (also statisch) getroffen werden
– Eine gute „Spielfeldabdeckung“ durch den Feldschiedsrichter ist zwingend erforderlich, wobei sich auch der Torschiedsrichter in seiner Positionierung auf die jeweilige Spielaktionen einstellen muss.
– Die Schiedsrichter müssen sich auf den „jeweiligen Spielcharakter“ einstellen und ihre Position oder Stellung so verändern, dass sie möglichst immer einen seitlichen bzw. diagonalen Einblick in den Kontakt zwischen Angriffs- und Abwehrspieler erhalten (Pendeln + näher an die Aktion herangehen).
– Besonders hingewiesen wird deshalb auf das Kapitel 2 des Handball-Schiedsrichters (IHF-Lehr- und Ausbildungswerk). Zum Thema „offensive“ Abwehrformationen bzw. Manndeckung wurden folgende Feststellungen gemacht:
– Je nach Abwehrformation kann es für den Feldschiedsrichter immer schwieriger werden, alle Spieler im Rückraum im Auge zu halten. Dies gilt besonders für den Übergang von einfacher Manndeckung (5+1) über die doppelte Manndeckung (4+2), bis hin zur dreifacher (3+3) oder auch offener Manndeckung. Hier ist es unabdingbar, dass teilweise Aufgaben des Feldschiedsrichters (Beobachtung des Rückraumge- schehens und ballgebundene Aktionen an der Freiwurflinie)auf den Torschiedsrichter übergehen müssen. Allerdings ist in derartigen Fällen auch eine eindeutige Absprache über die jeweiligen Aufgabenbereiche zwischen den beiden Schiedsrichtern erforderlich.
– Für derartige Deckungssituationen kann empfohlen werden, dass der Feldschiedsrichter, besonders auch bei mehrfacher Manndeckung, nicht in der Mitte des Spielfeldes agieren sollte und auch nicht zu weit ins „Rückfeld“ hinter die Manndeckungspositionen gehen sollte. Ein wesentlich günstigeres Verhalten ist die  Bewegung zur Seitenlinie.
– Im Rahmen dieses Bewegungsverhaltens des Feldschiedsrichters sollte sich der Torschiedsrichter dann ebenfalls deutlicher zur Seitenlinie bewegen. Dadurch ergibt sich eine „diagonale Aufteilung“ der Beobachtungsbereiche. In extremen Spielsituationen kann es sogar ratsam sein, dass der Torschiedsrichter sich an der Seitenlinie ca. 1 – 1,5 m vom Eckpunkt aus Richtung Spielfeld verschiebt, um die Beobachtungsschwerpunkte auf der Gegenseite des Feldschiedsrichters besser abdecken zu können. Allerdings muss der Torschiedsrichter, entsprechend der spieltechnischen Entwicklung, in der Lage sein, möglichst schnell wieder auf seine „angestammte“ Position zu gelangen.
– Bei komplett offener Manndeckung besteht sogar das Erfordernis, dass der Torschiedsrichter an der Seitenlinie noch deutlicher nach vorne rückt. Hierbei könnte als Anhaltspunkt die Aufstellung des „ letzten Spieler“ der Abwehr bzw. für den Feldschiedsrichter die des „letzten Angriffsspielers“ sein.

Top 14
Fußfehler durch einen Abwehrspieler
– Ein stehender Abwehrspieler wird angeworfen. > Weiterspielen lassen.
– Ein Abwehrspieler berührt in einer Abwehraktion, bei seitlichem Verschieben bzw. reflexartigem Schließen der Beine, den Ball. Öfters zu sehen bei versuchten Bodenpässen zum Kreisläufer. > Freiwurf für den Angriff.
– Ein Abwehrspieler zeigt eine „aktive“ Abwehrbewegung mit seinem Bein in Richtung des Balles. Oft zu sehen bei Bodenpässen auf die Außenposition.
> progressive Bestrafung, beginnend mit einer Verwarnung (siehe auch Kommentar zur Regel 16:1)

Top 15
Hüftkontakt bei Würfen auf den Außenpositionen
Bei Würfen auf den Außenpositionen kommt es verstärkt zu Foulaktionen seitens des Abwehrspielers. Vielfach kommt es im Ablauf der Aktion zu einem mehr oder weniger schwerwiegenden Kontakt mit einer oder beiden Händen. Zur regelgerechten Ahndung derartiger Aktionen müssen sich die Schiedsrichter an folgenden Kriterien orientieren.
–  Kontaktsituation:
o Einhändiger Körperkontakt?
o Beidhändiger Körperkontakt?
–  Intensität der Abwehraktion:
o Hat die Aktion eine Auswirkung auf den Wurf (ggf. Vorteil oder 7-m-Wurf)?
o Entspricht die Aktion den Kriterien der Regel 8:3 und wie ist die Intensität und Auswirkung.
–  Bewegungsrichtung der Beteiligten:
o Steht der Abwehrspieler oder ist er noch in der frontalen Bewegung zum Werfer?
o Agiert der Abwehrspieler von der Seite oder von Hinten?
o Springt oder läuft der Angreifer klar in Richtung Abwehrspieler (Einfädeln, Anspringen)?
–  Besonderheiten:
o Ein Handkontakt oder Schutzhaltung seitens des Abwehrspielers mit abgelegten Armen bleibt straffrei.
o Angreifer streift den Abwehrspieler oder fädelt ein > Stürmerfoul bzw. Vorteil mit klarem Handzeichen für „Weiterspielen“ durch die Schiedsrichter
o Abwehrspieler blockiert den Oberschenkel des Werfers
– ohne Destabilisierung > 2-Minuten-Hinausstellung
– mit erfolgter Destabilisierung und einem daraus resultierenden Sturz > Disqualifikation gemäß Regel 8:5
o Abwehrspieler blockiert das Bein des Werfers oder hält es fest
> mindestens Disqualifikation gemäß Regel 8:5, ggf. unter Berücksichtigung der Kriterien im Regelwerk auch Disqualifikation mit Bericht gemäß Regel 8:6
o Aktionen mit dem Ellenbogen im Bauch- oder Unterleibsbereich sind mit einer Disqualifikation gemäß Regel 8:5 zu ahnden. In besonders schwerwiegenden Fällen ist auch eine Disqualifikation gemäß Regel 8:6 denkbar.
o Der Angreifer tritt beim Kontakt mit dem Abwehrspieler auf dessen Fuß so dass dieser (spektakulär) stürzt. Diese Situation ist meist sehr schwierig zu beurteilen. Falls die Schiedsrichter dies allerdings wahrnehmen können, so ist auf Stürmerfoul, nie auf 7-m-Wurf zu entscheiden. Die Schiedsrichter sollten allerdings den Beteiligten hier eine entsprechende Rückmeldung geben.
o Im umgekehrten Fall, dass ein Abwehrspieler einem Angreifer auf den Fuß tritt, ist immer auf 7-m-Wurf mit der entsprechenden progressiven Bestrafung zu entscheiden.

Top 16
7-m-Wurf + Strafe (Ja / Nein?)
Grundsätzlich muss der Schiedsrichter bei allen seinen Pfiffen zwei wichtigen Punkte unterschieden:
1. Wie ist die regelgerechte Spielfortsetzung?
Im Falle einer Vereitelung einer klaren Torgelegenheit ist auf 7-m zu entscheiden.
2. Ist das Abwehrverhalten progressiv zu bestrafen?
Richtete sich die Aktion des Abwehrspielers ausschließlich oder überwiegend gegen den Körper des Angriffsspielers, so ist gemäß Regel 8:3 zusätzlich eine progressive Bestrafung unter Berücksichtigung der in diesem Regelparagraphen beschriebenen Kriterien auszusprechen.
Wichtig: Eine 7-m-Entscheidung darf nicht in jedem Fall eine Bestrafung nach sich ziehen!! Auch bei einem 7-m-Wurf müssen, wie bei allen anderen Wurfentscheidungen auch, die Entscheidungen zur Spielfortsetzung und zur persönlichen Bestrafung voneinander unabhängig betrachtet werden.

Top 17
Aktionen nach dem Wurf
– Der Feldschiedsrichter muss seinen Blick solange auf der Wurfaktion behalten, bis klar ist ob es zu keiner Foulaktion unmittelbar nach dem Wurf gekommen ist. Exemplarisch zu nennen sind:
o Durchziehen des Wurfarmes nach dem Wurf durch den Angreifer
o Stoßen oder Schlag gegen den Werfer nach dem Wurf
o Gesichtstreffer durch den Abwehrspieler nach dem Wurf etc.

Top 18
Passives Spiel
– Passives Spiel: Eminent wichtig ist ein guter Blickkontakt zwischen den Schiedsrichtern um eine rechtzeitige und spielgerechte Entscheidung zu treffen. Erleichtert wird dies natürlich im oberen Leistungsbereich durch die Verwendung des Headsets.
Folgende Fehlerquellen sind häufiger während eines Spieles zu beobachten:
o Anzeigen des Warnzeichens unmittelbar nach einem Freiwurf. Dies geschieht häufiger dann, wenn die Schiedsrichter zuvor den optimalen Zeitpunkt für das Anzeigen des Vorwarnzeichens verpasst haben. In  jedem Fall muss der ballbesitzenden Mannschaft eine Möglichkeit eingeräumt werden, eine zielgerichtete  Angriffsaktion auszuführen. Dies kann in der Regel nicht schon mit dem zweiten Ballkontakt nach einem Freiwurf, Einwurf erfolgen.
o Eine Entscheidung auf passives Spiel sollte nie in eine Vorwärtsbewegung des Angriffs gegeben werden. Bessere Gelegenheit bietet ein Rückpass von der Außenposition zum Rückraum oder in die eigene Spielfeldhälfte. Allerdings ist ein Rückpass aus einem Einwurf vom Eckpunkt in die eigene Hälfte nicht zwingend als passives Spiel“ zu werten, sofern die anderen Mitspieler nicht frei anspielbar sind.

Peter Rauchfuß – DHB-SR-Wart            Jürgen Rieber –  DHB-SR-Lehrwart

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