E-learning für Handballschiedsrichter
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Eigene Regelfragen

Es sind in den letzten Monaten immer wieder interessante Fragen und Hinweise aufgekommen, sicherlich für den ein oder anderen ganz logisch, aber für viele Schirikollegen doch immer noch eine hilfreiche Info. Ich werde immer wieder aufkommende Fragen nun hier einstellen. Also, schaut immer wieder einmal rein. Die neuesten Fragen/Hinweise stehen immer wieder dann am Anfang, damit ihr es auch sofort erkennt, ob etwas Neues eingestellt wurde. LG Heiko

Hinweis 10
Team A möchte mit 14 Mann spielen ohne einen eingetragenen MV. Spieler Nr.5 ergibt sich vor Spielbeginn als Verantwortlicher zu erkennen. Nun kommt es zu einem unsportlichen Zwischenfall während dem Spiel von der Bank Team A. Da die Schiris es keinem Spieler direkt zuordnen können, trifft dies nun den Spieler Nr.5, der sich gerade auf dem Platz befindet. Ihm wird diese Progression nun zugeordnet. Als weiteren Hinweis um evtl weitere Probleme vorzubeugen, schreibt im Bericht 2 den Hinweis dazu, dass Nr.5 sich vor Spielbeginn als Verantwortlicher euch vorgestellt hat. Somit ist es festgehalten, falls es weitere Rückfragen von der spielleitenden Stelle oder evtl Sportgericht geben sollte.

Regelfrage 09
a) Torwart B wehrt einen Wurf ab. Er bemüht sich, den in Richtung Spielfeld rollenden Ball kurz vor dem an der Torraumlinie stehenden A15 zu erreichen, und schiebt ihn mit dem Fuß über die Torauslinie. Richtige Entscheidung?
b) Torwart A bekommt den Ball nicht unter Kontrolle. Dieser bewegt sich im Torraum in Richtung Seitenlinie. Der Torwart befördert ihn mit dem Fuß über die Torauslinie. Richtige Entscheidung?
c) Torwart A wehrt einen Wurf ab, der Ball rollt aber in Richtung Spielfeld, wo B6 ihn unbehindert erwartet. Genau auf der Torraumlinie stoppt der Torwart ihn mit dem Fuß. Richtige Entscheidung?
d) Mannschaft A wirft auf das Tor von B. B9 blockt den Ball. Der abgefälschte Ball rollt/fliegt Richtung Toraus von B. Um den logischen Einwurf (umgangssprachlich „Ecke) zu verhindern, springt der Torwart B hinter dem Ball her und befördert ihn mit dem Fuß über die eigene Torauslinie. Richtige Entscheidung?
Antwort zu 09
Auflösung: a) Freiwurf! b) Freiwurf! c) Freiwurf! d) Abwurf. Warum? Dem Torwart ist es nicht erlaubt, „den sich in Richtung Spielfeld bewegenden Ball mit dem Unterschenkel oder Fuß zu berühren.“ (Regel 5:10). In eben dieser Regel findet sich auch der Verweis zu 13:1. Dort ist festgelegt, in welchen Fällen die SR grundsätzlich das Spiel unterbrechen müssen und mit Freiwurf für die andere Mannschaft wiederaufnehmen lassen müssen. Hier gibt es den expliziten Bezug zu Regel 5:10. Wir haben also hier keine Möglichkeit, anders zu entscheiden (als auf Freiwurf). Ein 7m kommt auch deshalb nicht in Frage

Regelfrage 08
Beim Spielstand von 29:29 erlangt A5 am eigenen Torraum nach einem Fehlwurf von B3 den Ballbesitz. Spielzeit 59:30. A5 erkennt, dass sein Mitspieler A6 zu einem Tempogegenstoß aufbrechen könnte. B3 erkennt die Situation und möchte das Zuspiel unterbinden.
Bei der Abwehraktion trifft B3 seinen Gegenspieler A5 unglücklich am Hals. Bevor die Schiedsrichter das Spiel wegen dieser gesundheitsgefährdenden Aktion unterbrechen, gelingt es A5 im Fallen seinen Mitspieler A6 anzuspielen. Dieser läuft allein auf das gegnerische Tor zu, erzielt aber kein Tor, weil er … einen Prellfehler begeht … den Torraum betritt … oder neben das Tor wirft.
Wie ist in der (jeweiligen) Situation zu entscheiden?

Antwort zu 08
Die Antwort: Disqualifikation für B3, Strafwurf für A.
Jetzt hatten doch die Schiedsrichter auf Vorteil (?) entschieden und der andere Spieler konnte diesen doch nur nicht nutzen? Eben! Die Regeln und Guidelines sind hier eindeutig.
Regel 8:5
Ein Spieler, der seinen Gegenspieler gesundheitsgefährdend angreift, ist zu disqualifizieren.
Regel 8:10d
Wenn der Ball in den letzten 30 Sekunden im Spiel ist und der gegnerischen Mannschaft durch ein Vergehen eines Spielers gemäß den Regeln 8:5 bzw. 8:6 sowie 8:10a bzw. 8:10b (ii) die Chance genommen wird, in eine Torwurfsituation zu kommen oder eine klare Torgelegenheit zu erreichen, wird der fehlbare Spieler (oder der fehlbare Offizielle) gemäß der entsprechenden Regel disqualifiziert und der gegnerischen Mannschaft wird ein 7m-Wurf zugesprochen. Erzielt der gefoulte Spieler oder ein Mitspieler noch vor der Spielunterbrechung ein Tor, entfällt der 7m-Wurf.
Guidelines und Interpretationen zur Vorteilsgewährung in den letzten 30 Sekunden (8:10d, letzter Absatz):
Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel spätestens dann und entscheiden auf 7m-Wurf, wenn der noch angespielte Mitspieler kein Tor erzielt bzw. das Spiel mit einem weiteren Pass fortsetzt.
Andreas Mayfarth, BSRLW

Regelfrage 07
A3 erzielt das Tor zur 20:17 Führung. Nach Wiederanpfiff zieht er – nun als Abwehrspieler – einen gegnerischen Spieler von hinten zu Boden. Die Schiedsrichter entscheiden auf eine Hinausstellung für A3 und Freiwurf an der Freiwurflinie von A. Beim Dokumentieren der Zeitstrafe und dem Eintragen des Tores fällt dem ZN/SK auf, dass A3 nicht im Spielbericht eingetragen war. Der Offizielle C von Mannschaft A hatte bereits in der ersten Halbzeit eine Verwarnung und eine Hinausstellung wegen mehrfachen Reklamierens erhalten.

Antwort zu 07
1. Time-out
2. Tor zählt (9:2 IHR)
3. Progressive Strafe und damit DQ für den MV von A, da A3 (ggf. noch) auf Grund des fehlenden Eintrags im Protokoll nicht teilnahmeberechtigt ist (4:3 IHR). [Ein Spieler von A muss die Spielfläche für 2 Minuten verlassen, vgl. 16:8 IHR]
4. Unterscheidung:
a. Keine 14 Spieler für A auf dem Protokoll oder einer der eingetragenen Spieler nicht anwesend: Nachtragen von A3 (ggf. nicht anwesenden Spieler streichen) (4:3 IHR), Tor bei A3 eintragen, Hinausstellung A3, Freiwurf B[, Fortsetzung A für 2 Minuten mit 4/1]
b. Protokoll ist „voll“: A3 muss das Spielfeld verlassen und darf nicht mitwirken, Freiwurf B[, Fortsetzung A für 2 Minuten mit 5/1]; das Tor darf keinem anderen Spieler von A zugewiesen werden (dazu Eintrag im Bericht – siehe 5.)
5. Eintrag der Situation und der ergriffenen Maßnahmen (z. B. Streichung eines nicht anwesenden Spielers) in den Schiedsrichterbericht (zwingend, da ggf. relevant für einen Entscheid der Spielleitenden Stelle!) (DFB, 17:10 IHR)
6. Kampfgericht einnorden 😉 (meine persönliche Regel)
7: Fortsetzung mit Freiwurf für B und Team A für 2 Minuten in Unterzahl 4/1, denn durch die Disq. des MV muß ja auch eine 2-Min Strafe abgesessen werden.

Situationen zu passivem Spiel und Progressionen 06
# Sachverhalt 1 #
„Mannschaft A führt und ist in Ballbesitz. Um das Spiel ein wenig langsamer zu machen, lassen sie immer weniger Absichten erkennen, um in eine Torwurfsituation zu kommen. Die Schiedsrichter zeigen das „Vorwarnzeichen“, heben also den Arm. Trainer B wurde bereits früher im Spiel verwarnt (Gelbe Karte), reklamiert nun aber erneut, da ihm alles zu lang dauert. Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel und ermahnen (!) den Trainer.
Wird nun das passive Vorwarnzeichen aufgehoben und welche Aussagen zum Aufheben des Vorwarnzeichens sind allgemein zu treffen?“
Antwort:
Nein, natürlich wird in diesem Fall das Passive Spiel nicht aufgehoben.
Eine „Ermahnung“ ist weder regeltechnischer Bestandteil der Progression (keine persönliche Strafe) noch ist eine Ermahnung in diesem Fall angemessen. Ermahnt man nach bereits erfolgter progressiver Strafe – in diesem Fall wurde der Offizielle schon verwarnt – verlässt man eindeutig die Progressionsreihe (Duden: Progression, Substantiv, feminin – 1. das Fortschreiten, Weiterentwicklung; [stufenweise] Steigerung; 2. Reihe…). Unterbricht man hier tatsächlich das Spiel, so ist wohl die Hinausstellung als nächst höhere Strafe auszusprechen. Ein erneutes Ermahnen ist unangemessen. So gilt es in diesem Fall hinsichtlich der Bestrafung zu entscheiden, inwiefern eine Spielunterbrechung lohnenswert ist. Entweder schätzt man das unangemessene Bankverhalten so ein, dass man es „noch im Vorbeilaufen“ und ohne öffentliche Unterbrechung thematisieren kann, oder – und dann in voller Konsequenz – man unterbricht und steigert sich in den Strafen – eine Hinausstellung ist dann die logische Konsequenz.
Nochmal zurück zur Frage, in welchen Fällen das Vorwarnzeichen aufgehoben wird:
1. Die ballbesitzende Mannschaft führt einen Torwurf aus und der Ball prallt vom Torwart oder vom Tor direkt zu ihr zurück oder ihr ist aufgrund dessen ein Einwurf auszusprechen.
2. Ein Spieler oder Offizieller der verteidigenden Mannschaft erhält eine persönliche Bestrafung (die Ermahnung zählt dazu nicht!) wegen regelwidrigen oder unsportlichen Verhaltens gemäß Regel 16.
# Sachverhalt 2 #
Die jeweiligen Antworten finden sich u.a. im Anhang 3 des Regelwerks, in der „Schulungshilfe Passives Spiel“.
Mannschaft A ist in Ballbesitz. Die Schiedsrichter heben den Arm, um anzuzeigen, dass passives Spiel droht. Folgende drei Situationen für euch zur Bewertung!
a) Nach dem Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens hat A 5 Pässe gespielt. 
A3 wirft nun auf das Tor. Der Ball wird von B2 geblockt und gelangt zu A4. Zählt dies als Pass?
—> Ja! Dies ist ein zählbarer Pass! Nun sind 6 Pässe gespielt.
b) Nach dem Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens hat A 5 Pässe gespielt. 
A3 wirft nun auf das Tor. Der Ball wird von B2 geblockt und gelangt zurück zu A3. Zählt dies als Pass?
—> Ja! Auch dies ist ein zählbarer Pass! Und auch nun sind 6 Pässe gespielt.
c) Nach dem Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens hat A bereits 6 Pässe gespielt. 
A3 wirft nun auf das Tor. Der Ball wird von B2 geblockt und gelangt zu A4. Entscheidung? Doch noch ein erneuter Pass erlaubt oder lieber doch Freiwurf für B?
—> Weiterspielen und noch kein Freiwurf! Das Regelwerk bzw. die Schulungshilfe (blaue Tabelle im Anhang der Handballregeln) differenziert hier hinsichtlich der Frage „Sind schon 6 Pässe erfolgt oder noch nicht?“
—> Wirft ein Spieler nach bereits erfolgten 6 Pässen auf das Tor und der Ball kommt nach einem Block zu ihm zurück oder der Ball kommt zu einem seiner Mitspieler zurück, so ist 1 zusätzlicher Pass erlaubt!
Andreas Mayfarth, BSRLW

Fragen und Antwort 05
++ Situation 1 ++
A3 läuft einen Tempogegenstoß. Der ZN bemerkt währenddessen einen Wechselfehler von B9. Wie ist als ZN zu verfahren?
a) Das Spiel sofort unterbrechen. Hinausstellung B9. Freiwurf für A an der Bank von B.
b) Das Spiel sofort unterbrechen. Disqualifikation B9, 7m für A.
c) Torchance abwarten. Pfiff des ZN. Hinausstellung B9. Spielfortsetzung entsprechend Spielsituation.
d) Das Spiel sofort unterbrechen. Hinausstellung B9. 7m für A.
++ Situation 2 ++
A3 läuft schon wieder einen Tempogegenstoß. Im Gegensatz zu ZN/SK bemerken die SR einen Wechselfehler von B9.
a) SR warten Torchance ab, Bestrafung B9, Spielfortsetzung analog zur richtigen Antwort in Situation 1. 🙂
b) SR unterbrechen sofort, Bestrafung B9, Spielfortsetzung analog zur richtigen Antwort in Situation 1. 🙂
–> Zusammenfassende Antwort hierzu:
Greift der Zeitnehmer ein, wenn das Spiel bereits unterbrochen ist, wird es mit dem der Situation entsprechendem Wurf wieder aufgenommen.
Der Zeitnehmer muss das laufende Spiel aber ohne Rücksicht auf die Vorteilsregel umgehend unterbrechen. Wenn wegen einer solchen Unterbrechung aufgrund einer Regelwidrigkeit der abwehrenden Mannschaft eine klare Torgelegenheit vereitelt wird, so muss gemäß Regel 14:1a auf 7m-Wurf entschieden werden. In allen anderen Fällen wird das Spiel wieder mit Freiwurf aufgenommen. Betritt jedoch ein zusätzlicher Spieler entsprechend Regel 4:6 während einer klaren Torgelegenheit die Spielfläche, ist der Spieler entsprechend Regel 16:6b in Verbindung mit Regel 8:10b zu bestrafen. 
Natürlich ist es generell nicht die Aufgabe der SR während des laufenden Spiels auch noch auf Wechselfehler zu achten (vgl. Aufgabenbereiche) – sie würden es in der Regel nicht wahrnehmen -, an der Art des Regelverstoßes ändert dies aber nichts.
++ Situation 3 ++
Mannschaft A ist in den letzten 30 Sekunden des Spiels in Ballbesitz. B3 hatte zuvor A13 geklammert. Mannschaft A hat großes Interesse daran, nochmal in eine Torwurfsituation zu kommen. B möchte dies natürlich unterbinden und schafft eine Situation herbei, die als solche nichts mit der Wurfvorbereitung oder der Wurfausführung zu tun hat:
Variante a) Ein Offizieller von B reklamiert so heftig, dass das Spiel unterbrochen wird.
Variante b) Mannschaft B begeht einen Wechselfehler.
–> Und auch hier eine zusammenfassende Antwort (ein Auszug aus den Guidelines und Interpretationen):
„Wird das Spiel wegen einer Wurfverhinderung in den letzten 30 Sekunden unterbrochen, die nicht direkt mit der Wurfvorbereitung oder der Wurfausführung zusammenhängt, beispielsweise Wechselfehler, unsportliches Verhalten im Auswechselraum, ist Regel 8:10c anzuwenden.“ Ergo: 7m-Wurf/Strafwurf
Andreas Mayfarth
BSRLW

Regelfrage 04
Spielzeit 59:28, Mannschaft A führt 32 Sekunden vor Spielende mit einem Tor. B ist im Ballbesitz und wechselt den Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers.
B11 versucht den Kreisläufer B5 anzuspielen. Dieser kann den Ball nicht unter Kontrolle bringen, sodass es letztendlich zum Ballverlust kommt. Natürlich möchte B5 verhindern, dass der Ball gleich auf das noch leere Tor geworfen wird. A3 erkennt das leere Tor, setzt zum Wurf aus über 30m Entfernung an und wird dabei von B5 regelwidrig behindert, sodass der Torwurf natürlich keinen Erfolg hat.
Eure Entscheidung?

Antwort zu 04
7m-Wurf zur Wiederherstellung der klaren Torgelegenheit und ggf. (progressive) Bestrafung (je nach Vergehen).
Diejenigen, die sich in ihrer Argumentation auf die Spielzeit bezogen haben und daraus einen „Strafwurf“ oder gar eine „Rote Karte“ haben ableiten wollen, liegen generell falsch. Davon ganz abgesehen: Das Vergehen war bei 59:28. Der Ball ist im Spiel, es liegt keine Verhinderung einer Ausführung eines formellen Wurfes vor. Der Spieler A3 ist im Ballbesitz und wird nun erst durch B5 regelwidrig gestoppt.
Exkurs:
Ergänzungen für diejenigen, die über die letzten 30 Sekunden argumentieren wollten: Wird die Ausführung eines formellen Wurfes in den letzten 30 Sekunden verhindert (z.B. Abstandsvergehen mit aktiven Eingriff, Festmachen, Nicht-Niederlegen des Balles etc.) ist der fehlbare Spieler natürlich zu disqualifizieren und auf „Strafwurf“ zu entscheiden. Gleiches gilt z.B. auch für Vergehen der verteidigenden Mannschaft in den letzten 30 Sekunden, die eine Disqualifikation nach sich ziehen (ausdifferenzierte Beispiele haben wir hierzu mehrfach). Weder spielt in solchen Fällen die Nähe zum Tor eine Rolle, noch die Frage, ob eine klare Torgelegenheit vorgelegen hat. Deswegen heißt in diesen Fällen auch die Spielfortsetzung „Strafwurf“ (im Form eines 7m-Wurfes).
Zurück zu unserem Fallbeispiel:
In Anlehnung an Regel 14:1 und Erläuterung 6c liegt eine klare Torgelegenheit auch dann vor, wenn es eine klare und ungehinderte Möglichkeit gibt, den Ball ins leere Tor zu werfen und der Ballbesitz habende Spieler eindeutig versucht, direkt auf das leere Tor zu werfen. Der Abstand zum Tor spielt keine Rolle. Regeltechnisch gilt das Tor dann als leer, wenn der Torwart nicht im Torraum ist (Regel 5:3, Abs. 2). Wichtig: Würde A3 ein Zuspiel zu einem Mitspieler versuchen, währenddessen das Tor leer ist, und er dabei gefoult werden würde, so hätte/hatte er keine klare Torgelegenheit.
Es wird deutlich, wie schwierig es ist, eine derartige Situation zu beurteilen. Egal ob Einzel-SR oder im Gespann: Hier benötige ich einen guten Überblick, das richtige Positionsspiel und im Gespann die richtige Aufgabenverteilung sowie gute Absprachen.
Andreas Mayfarth
BSRLW

Regelfrage 03
Nach Schlusspfiff 60:00 wird ein direkter Freiwurf für Team A an der Freiwurflinie von Team B noch ausgeführt. Bei der Freiwurfausführung blockt B5 den Wurf, da er 2 Meter sich aus der Mauer Richtung Werfer bewegt hatte.
Lösung?

Antwort zu 03
Die Regel [8:10c] findet Anwendung, wenn das Vergehen innerhalb der letzten 30 Sekunden des Spiels oder zusammen MIT dem Schlusssignal begangen erfolgte [wurde] (siehe Regel 2:4, Absatz 1)
Da hier NACH dem Schlusssignal der Regelverstoss passiert, ist Antwort B korrekt!
Der Freiwurf wird bei erfolgreicher Abwehr wiederholt und der Abwehrspieler wird nach der möglichen Progressionslinie bestraft

Regelfrage 02
Team A hat ein Tor geworfen und befindet sich wieder in der Abwehr. Spielzeit 59:40 Team B führt schnell den Anwurf aus und befindet sich im Angriffsaufbau, wobei nun Team A einen Wechselfehler provoziert. PFIFF vom Zeitnehmer.
Spielfortsetzung?

Antwort zu 02
Der Ball ist im Spiel ist, dazu sind 8:5 / 8:6 / 8:10a oder 8:10b Voraussetzung. 8:5 heißt ausdrücklich Aktion gegen den Gegenspieler. Fällt damit raus. 8:6 ist eine Ergänzung zu 8:5. fällt auch raus. 8:10a ist grob gesagt Beleidigung. Also auch nicht gegeben. 8.10b fällt weg, da nicht gesagt wird, dass ein MV eingreift und auch keine klare Torgelegenheit vereitelt wird. Ein einfacher Wechselfehler in den letzten 30 Sekunden, der nicht den formellen Wurf (Anwurf, Freiwurf, Abwurf, Einwurf) verhindert oder behindert oder eine klare Torgelegenheit vereitelt ist mit 8:10 Nicht zu vereinbaren.
Damit bleibt nur ein FW für B an der günstigeren Position und Hinausstellung gegen A.
Sicherlich kann hierdurch der Trainer oder ein Spieler somit den Spielaufbau taktisch ( unsportlich) unterbinden/ abbrechen, aber aus dem laufenden Spiel heraus, ergibt sich eben hier nicht sehr viel.

Regelfrage 01
Torwart A wehrt den Ball erfolgreich über seine Torauslinie ab. Der Ball prallt von der Wand ab und rollt nun in Richtung Auswechselbank von Team A. Damit der Torwart nicht so weit laufen muss und der Abwurf schneller ausgeführt werden kann, geht der MV, der am Rand seiner Coachingzone steht dem Ball 2 Meter entgegen aus seiner Coachingzone heraus und spielt den Ball zum Torwart.

Antwort zu 01
Wie üblich ist dies eine der seltenen Szenen, die ich persönlich als Schiri noch nie hatte. Deshalb hätte ich wahrscheinlich auch nicht richtig reagiert…🙄😉.
Im Auswechselraum-Reglement steht ein einziger Satz, der dies aber regelt. Ein Offizieller oder Spieler darf nicht zur Spielbeeinflussung die Coachingzone verlassen. Macht er dies aber trotzdem so ist die Progressionslinie für die Bank auszusprechen nach 16:1b, 16:3e, 16:6b.
Ich persönlich denke aber auch hier, wie eben bei vielen Progressionsgedanken, dies mit Fingerspitzengefühl zu händeln. Geschieht dies mit einem erfolgreichen Vorteil, dann sofort abpfeifen, Progression aussprechen und Abwurf mit Anpfiff.
Erfolgt kein Vorteil für Team A, dann es bei erster Ermahnung belassen und die betreffende Person auf den “ gutgemeinten“ Fehler hinweisen.  Sicherlich werde ich keinen Offiziellen/Spieler bestrafen, wenn er den Ball zum gegnerischen Spieler wirft, denn sportlicher geht es ja dann auch nicht mehr. (12.03.19 wird nochmals mit dem Lehrstab besprochen)

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