Der Juniorschiri oder auch der Kinderhandball-Spielleiter zwischen 12 und 15 Jahren

Dieses Thema brennt mir förmlich unter den Fingernägeln.
Viele Vereine haben Schiri-Nachwuchsprobleme. Unsere Erfahrungen zur Ausbildung von 16 Jährigen und Älteren zeigte uns, dass viele von ihnen kurz vor dem Schulabschluss, Bundeswehr, Studium oder mit Umzug in einen anderen Ort stehen. Das heißt, dass der Verein oftmals nur Geld investiert für einen Anwärter, der kurz danach dem Verein nicht mehr zur Verfügung steht und den Spaß an der Pfeife nicht finden konnte.
Das sieht aber bei einem jüngeren Anwärter anders aus. Hier kann der Verein den jungen Schiri viel länger coachen. Und bis er dann studiert oder seine Ausbildung macht, hat er höchstwahrscheinlich den Spaß an dem Hobby gefunden und bleibt der Pfeife treu, wenn evtl auch mit einer zeitlichen Unterbrechung. Die Chance hier mit dem Juniorschiri mehr zu erreichen ist wesentlich größer, als mit der momentanen Situation. Und die Vereine müssen hier finanziell durch die fehlende Soll-Ist-Erfüllung leiden. Aber dieser fehlende positive Schub zeigt dann auch die Schwierigkeit, vernünftige zahlreiche Fördergespanne zu coachen, um sie in Richtung DHB melden zu können.

Der DHB gibt es vor, dass der Verein erst 16 Jährige zur Schiriprüfung zulassen dürfen. Es gibt hier natürlich auch Ausnahmen für 14 oder 15 Jährige. Ich konnte den Verband von einem 12 Jährigen überzeugen, der hier aber auch ein Ausnahmetalent darstellte.
Aber allgemein auf meine Anfrage an den Handballverband Hamburg zur Einführung des Juniorschirischeins, hieß es banal, dass man davon Abstand halten möchte aufgrund schlechter Erfahrungen. Dieser Juniorschirischein lag wohl weit über 10 Jahre zurück ?
Die heutigen Kids, im Gegensatz vor 10 bis 15 Jahren, haben sich hier auch frühreifer gezeigt. Fast alle Vereine haben Nachwuchsprobleme. Deutschland verliert jährlich an die 1000 Schiedsrichter. Der demographische Wandel kann dem nicht Herr werden. Hier müssen nun neue Ideen her um einen positiven Wandel herbeizuführen.
Mit der heutigen digitalen Technik haben wir Möglichkeiten den Jungschiris das Pfeifen und das Erlernen der Regeln mit mehr Spaß zu vermitteln.

Aber vielen Innovationen, die ich seit Jahren schon vorschlage, steht man ständig skeptisch gegenüber und man spricht lieber Verbote aus! Somit bleiben wir in der Entwicklung eher stehen als uns nach vorne zu bewegen.
Ein paar Landesverbände und Bezirke haben hier schon seit ein paar Jahren gute Erfahrungen sammeln können.

Welche Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung?
Ich persönlich finde es nicht gut, dass die Anwärter keine Chance erhalten frühzeitig auf das DHB-Schiriportal zugreifen zu können, außer sie investieren 16 Euro aus der eigenen Tasche oder der Verein bezahlt dies. Ich denke, dass bei einer Anmeldung eines Anwärters dann die Möglichkeit vom DHB gegeben werden sollte, oder eben durch den Verband. Denn dieses Portal bietet jetzt schon sehr viel Material zur Vorbereitung. Ansonsten biete ich jedem auch gerne meine Homepage an.
Aber, nicht nur die digitalen Angebote den Anwärtern unter die Nase reiben, sondern auch versuchen mit praktischen Hilfen zu unterstützen, wie zb mit einem Headset oder Videoaufnahmen. Hier muß aber auch ein fähiger Coach zur Seite stehen, der die Anwärter im ersten Jahr unterstützt. Was ich auch für dringend wichtig erachte ist, dass der begleitende Coach als „technischer Delegierter“ eingesetzt werden sollte. Er sollte dann nur eingreifen, wenn es eskaliert, z.B. bei einer regelwidrigen Entscheidung der Schiris. Das setzt natürlich auch voraus, dass dieser Coach auch zuvor gut ausgebildet wurde. Hierzu bedarf es aber auch eine bessere finanzielle Unterstützung für den Coach, denn der hat die doppelte Arbeit, wie die eines Schiris.

In meinen ersten 2 Jahren als Schiriobmann beim AMTV konnte ich viel positives bewegen.
– Jedes Trainingspiel und Vorbereitungsspiel, wo ein Schiri gesucht wurde, mußte bei mir gemeldet werden. Somit hatten die Jungschiris die Möglichkeit, gerade in der Sommer – und Winterpause, Erfahrungen sammeln zu können. Teilweise begleitete ich diese Spiele auch mit der Videokamera. Alle Spielleitungen wurden finanziell unterstützt.

– kein Jungschiri wurde alleine gelassen. Für jedes Spiel konnte ich einen Coach zur Seite stellen.

– die Jungschiris bekamen vom Verein die Kleidung gestellt und beim Erreichen der Soll-Ist- Erfüllung einen finanziellen Bonus on top. ( aber auch nur die ersten 2 Jahre als Anreiz)

–  Nach dem ersten Jahr bekamen die Vereinsschiris als Dankeschön auch einen freien Eintritt zu einem Bundesliga-Freundschaftsspiel.

Also, es gibt genug Möglichkeiten, um seine Vereinsschiris zu danken und sie dadurch auch zu motivieren. Denn die Schiris gehören mit Anerkennung und Respekt in das Vereinsleben integriert.

Hier kommt aber dann das nächste bekannte Problem auf uns zu: die renitenten Eltern und Zuschauer. Da ist nun der Heimverein in der Pflicht sich um den Schutz der Schiedsrichter zu kümmern. Das steht auch so in den Statuten des Verbands. Wenn es eben keinen Ordner bei den Jugendspielen gibt, dann muß eben der Heimtrainer mal ein Machtwort loswerden und um Vernunft und mehr Empathie für die Jungschiris bei den Zuschauern appelieren. Im Endeffekt geht es auf Rechnung der Vereine, wenn die Jungschiris die Pfeife in die Ecke werfen.

Ein Beispiel vom HVN – Hinweise zur Junior-SR-Ausbildung

 

Der Junior Schiedsrichter

Ein Handball-Schiedsrichter soll das 16. Lebensjahr vollendet haben. Es gibt jedoch durchaus Interessenten, die sich bereits vor Vollendung des 16. Lebensjahres als Schiedsrichter engagieren möchten. Zum anderen bedeutet jedes Jahr Erfahrung für einen Schiedsrichter eine bessere Basis für seine Fähigkeiten.
Vor dem weiteren Hintergrund, dass eine frühzeitige Qualifizierung zudem die Chancen für den Einsatz von Schiedsrichtern in Leistungsbereichen erhöht, kann es nur sinnvoll sein, Interessierten frühzeitig eine Möglichkeit zu bieten, die praktischen Kenntnisse durch Anwendung anzueignen und zu verbessern.
In Kenntnis dieser Bedingungen wurden in den Spielinstanzen des Handball-Verbandes Niedersachsen die ersten Junior-Schiedsrichter, zunächst nach eigenen Konzepten der Spielinstanzen ausgebildet.
Mit der Erstellung des Ausbildungskonzeptes für die SR-Grundausbildung ab 2008 wurde in den Workshops für die Erstellung dieses Leitfadens, da Projekt „Junior-SR“ begleitet und später die Notwendigkeit eines einheitlichen Ausbildungskonzeptes erkannt.
Dies soll ermöglichen, die beiden Ausbildungsstufen der Junior-SR-Ausbildung unabhängig davon absolvieren zu können, welche Instanz die Ausbildung durchführt.
Hierbei lehnt sich die Ausbildung an die Schiedsrichter-Grundausbildung an und die dort zu vermittelnden Bausteine sind auch Inhalte der Junior-SR-Ausbildung.
Junior-Schiedsrichter kann nur werden, wer bei der Ausbildung das 16. Lebensjahr nicht vollendet hat. Mit dem Ablauf der Spielsaison, in der der Junior-SR das 16. Lebensjahr vollendet hat, endet die Eigenschaft als Junior-Schiedsrichter. Will der Schiedsrichter weiter aktiv sein, so hat er jetzt die abschließende Voll-Ausbildung zum Schiedsrichter abzuschließen.
Diese umfasst ausschließlich die Teile der SR-Grundausbildung, die nicht Bestandteil der Junior-SR-Ausbildung waren sowie die theoretische und praktische Prüfung.
Junior-Schiedsrichter dürfen nur für Spiele der jüngeren Jugend-Spielklassen von den Vereinen angesetzt werden, für deren Ansetzung die ausrichtenden Vereine selbst zuständig sind. Sie sollen bei diesen Einsätzen von erfahrenen Sportkameraden betreut werden.

Auf dem Workshop der Schiedsrichterlehrwarte am 05. und 06.11.2010 haben sich die Vertreter der Regionen auf einen einheitlichen Ausbildungsplan in Anlehnung an den Rahmenplan für die Schiedsrichterausbildung und einen einheitlichen Junior-SRAusweis geeinigt.

Diese sind Bestandteil des Konzeptes zur Schiedsrichter-Grundausbildung.

Hans-Christian van Hoorn (2010)

Rahmenplan zur Junior-SR-Ausbildung im Handball-Verband Niedersachsen e.V.
Angelehnt am Rahmenplan zur SR-Grundausbildung, Grobgliederung und thematische / zeitliche Aufteilung
(UE = Unterrichtseinheit à 45 Min; PE = Praxiseinheit à 45 Minuten)

Auszug von der Spielordnung des HVW

 

Ausbildung zum Kinderhandballspielleiter (Link zum HVW )
1. Die theoretische und praktische Ausbildung soll in mindestens 5 FS durchgeführt werden. Für die theoretische Ausbildung wird den Bezirken eine vom Verband erstellte Präsentation zur Verfügung gestellt. Idealerweise soll die theoretische und praktische Ausbildung zusammen an einem E-Jugendturnier durchgeführt werden.
2. Die Teilnehmer erhalten nach Abschluss der Ausbildung eine vom Verband ausgestellte Teilnahmebestätigung.

 

 

Regelfilm vom HVW für den Kinderhandballspielleiter

Der HVW hat eine gut aufgearbeitete Power Point Präsentation als Leitfaden für die Ausbildung der Juniorschiris.

 

 

 

Weitere Videos bei youtube gefunden

 
https://www.youtube.com/watch?v=VkjZaUD_FXs

https://www.youtube.com/watch?v=md6awybg40c
einziger Fehler im Video: Spielerwechsel im Jugendbereich bis einschl. B Jugend nur im Ballbesitz erlaubt!

Auf youtube gibt es viel an Handball Videos mit dem User “ Handballbet„, Redi von der Haspo bayreuth “ rrbth„,

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