Leider nicht mehr im Handel erhältlich ! Aber online für jeden Schiri auf der neuen Media-Plattform des DHB+Philippka-Verlag https://www.dhb-schiedsrichterportal.de/

Am schlimmsten ist es als Gespann zu erfahren, dass hier heute 2 Einzelschiris auf dem Platz standen und keine nachvollziehbare Linie hatten.

Eigentlich ist dieses Thema das brisanteste überhaupt, wie sich ein Gespann am besten verkaufen kann. Ich werde hier nach und nach dieses wichtige Thema ausarbeiten. Viele Junggespanne sind sich ihren Aufgaben nicht bewusst. Wer pfeift wann wo was und wie verkaufe ich am besten meine Entscheidungen und mich als Schiri ??!!
Im Regelheft werden grundlegende Dinge in Regel 17 “ Die Schiedsrichter “ dargestellt. Schlagworte wie gleichberechtigte Schiris, Aufsichtspflicht, Ordnungspflicht der Spielfläche, Tore, Kleidung, Protokoll, Auswechselraum und Gewährleistung des Spielablaufs. Und auch regeltechnische Hinweise ( z.B. bei unterschiedlichen Auffassungen) werden aufgezeigt. Was auch wichtig ist, ist die Regelkenntnis für das Kampfgericht. Der Zeitnehmer (ZN) und Sekretär(SK) bilden ein gemeinsames Team mit den Schiris, die eben das Spiel gemeinsam gut über die Bühne begleiten wollen.
Aber wo steht etwas, wer im Gespann welche Aufgaben übernimmt? Wie sehen die Laufwege aus ? Wohin muss ich mich bewegen bei bestimmten Abwehrformationen? Einiges konnte ich schon zusammentragen auf meiner Videoebene unter:
https://www.meischt.de/videos/regel_17_schiedsrichter/     (Passwort gibt es von mir.) 

 

Es gibt bestimmte Aufgaben und NoGo`s wie z.B ein Feldschiri pfeift NIEMALS einen 7-Meter. Das ist die Aufgabe des Torschiris, der dann aber auch die Progression hierfür anzeigen muß.
Ein Beispiel zum Stellungsspiel ist, dass der Feldschiri niemals Feldspieler hinter seinem Rücken haben sollte. Er muss sich nun am besten paralell zur Außenlinie sich positionieren, so dass er alle Spieler im Blick hat.
Oder z.B. Regel (17:7) bei unterschiedlicher Meinung, wer nun den Ball bekommt, ob Team A oder Team B. Es MUSS ein Time Out erfolgen, sehr kurze Absprache mit dem Partner um sich schnell zu einigen, wie es weiter geht.
Aber auch gewisse Abläufe wie beim 7-Meter, Team Time Out oder wie zeige ich einem Spieler, der noch am Boden liegt, eine Progression an, sind fest vorgegeben.
Ich möchte hier allgemein nicht auf die Regelkunde eingehen, das könnt ihr im Anschluß oder auch zzgl. im Regelheft begleitend nachlesen.
Es gibt im Regelwerk ein paar begleitende Hinweise, wie man etwas pfeift und sich bewegen soll. Auch der ein oder andere Hinweis, wie der Ablauf beim Team-Time-Out oder 7-Meter sein sollte, steht im Regelheft. Aber das ist eben nicht genug.
Auch wenn nun das Handbuch im Schiriportal veröffentlicht ist, versuche ich trotzdem ein paar grundlegende Tipps für Junggespanne zusammenzutragen.

Der Feldschiri pfeift das Spiel an sowie alle Würfe, die zwingend nach 15:5 oder die nach seiner Beurteilung es erfordern. Er beobachtet aus seiner Position vor allem das Spiel in der Spielfeldtiefe und auf der Ballseite
Der Torschiri entscheidet in erster Linie auf Tor mit 2 kurzen Pfiffen und Handzeichen 12 oder kein Tor. Ebenso konzentriert er sich auf das ballungebunden Geschehen entlang der Torraumlinie. Der TSR entscheidet auf 7-Meter und gibt hierzu die entsprechende Progression
Beide sind für das Notieren der Tore, Verwarnungen, Hinausstellungen, Disqualifikationen (+Bericht) und besondere Vorkommnisse und für die Spielzeit verantwortlich.
Die Seitenwahl vor Spielbeginn macht einer der SR bei der techn. Besprechung. Tip: Die Münze nicht auf dem Boden fallen lassen, denn sie könnte wegrollen.
Die Schiris wechseln während dem Spiel pro Halbzeit rotierend 4 mal die Stellung. Der Feldschiri wechselt aber bitte nicht quer über das Feld zum werdenden Torschiri. Hierbei besteht oft die Gefahr, dass er bei schneller Mitte als ein Hindernis enden könnte. Wechselmöglichkeiten bitte bei Progressionen, 7-Meter, Time Out , Team-Time-Out oder anderen Unterbrechungen nutzen.
Bei TTO, Halbzeit und zum Ende des Spiels vergleichen beide ihre Eintragungen bevor einer oder beide den Abgleich mit dem Sekretär vornehmen.
Die Pfeife ist euer Instrument, bei dem jeder am Pfiff erkennen sollte, welche Entscheidung ihr gerade getroffen habt. Leider schon zu oft gesehen, das die Pfeife am Handgelenk oder um den Hals mit einer Schnur befestigt wird. Daraus resultiert eine Einschränkung der „Händefreiheit“ beim Anzeigen und Pfeifen.
Ein Freiwurfpfiff pfeift man 1 Mal, ein Tor wird mit 2 kurzen klaren Pfiffen bestätigt und ein Time Out mit 3 kurzen Pfiffen. Es gibt dann noch den inoffiziellen Korrekturpfiff, den man mit 3 bis 4 sehr kurzen Pfiffen tätigt. Begleitend dazu sind die passenden IHF Handzeichen deutlich anzuzeigen, denn in erster Linie möchte auch das Kampfgericht es auf Anhieb verstehen. Denn es macht dem Kampfgericht kein Spaß, wenn sie jedesmal nachfragen müssen, war das nun ein Tor oder wer hat nun die Progression erhalten oder waren das nun 3 Pfiffe für ein Time Out oder nur „Korrekturpfiffe“ !?
Aber nun wird es interessant, denn warum passieren dann immer wieder Doppelpfiffe ? ( PPP Folie von Carlo Schulz)

 

Folie 1 von Ralph Müller
https://drive.google.com/open?id=1sqfdEQR55c_x_A6y7bEbL56kTmLW3cn9

Folie 2  von Ralph Müller
https://drive.google.com/open?id=1jEgEyHzSNJyShJFM4C9HUrNAnitDwvL_

Video zum Stellungsspiel von Ralph Müller

https://drive.google.com/file/d/1hbHe330T3aqLHofz4Y58MLzcy11vOEXN/view?usp=sharing

DHB – Stellungsspiel

https://drive.google.com/drive/folders/1uvJG9sBubzOY-tPV5D6wKgEosR7Tu21O?usp=sharing

 

Stellungsspiel von Andreas Laible 2013 : Folie

 

Stellungsspiel Gespann und Einzelschiri 2013 vom ZHV Philip Reiser: Folie


 

Als SR clever-entscheiden (In Anlehnung an „Clever entscheiden“ von Reinhold Cesinger)

 

Stichworte für weiteres: Vorfahrt dem Vorteil, Aufgabenteilung, Konter

 

Modernes“ Stellungsspiel der Schiedsrichter
Vorab muss betont werden, dass ein „ideales Stellungsspiel“ über die gesamte Spielzeit nicht immer möglich ist, zumal dieses auch immer abhängig von der jeweiligen Spielsituation ist. Allerdings müssen die Schiedsrichter immer bestrebt sein, durch ein „aktives“ und nicht „statisches“ Bewegungsverhalten, eine optimale Position und eine gute Sicht auf das Spielgeschehen zu erreichen. Nachfolgend sind ein paar wesentliche Gesichtspunkte bzw. Merksätze aufgeführt, die in der Regel dazu beitragen eine optimalere Entscheidungsfindung zu erreichen:
– Fitness ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Lauf- und Stellungsspiel der Schiedsrichter. Gerade gegen Ende des Spieles sind die Schiedsrichter besonders gefordert. In diesen Phasen unterstützt ein guter körperlicher Zustand auch eine klare Entscheidungsfindung.
– Entscheidungen „aus der Bewegung“ sind besser, als Entscheidungen die „aus dem Stand“ (also statisch) getroffen werden
– Eine gute „Spielfeldabdeckung“ durch den Feldschiedsrichter ist zwingend erforderlich, wobei sich auch der Torschiedsrichter in seiner Positionierung auf die jeweilige Spielaktionen einstellen muss.
– Die Schiedsrichter müssen sich auf den „jeweiligen Spielcharakter“ einstellen und ihre Position oder Stellung so verändern, dass sie möglichst immer einen seitlichen bzw. diagonalen Einblick in den Kontakt zwischen Angriffs- und Abwehrspieler erhalten (Pendeln + näher an die Aktion herangehen).
– Besonders hingewiesen wird deshalb auf das Kapitel 2 des Handball-Schiedsrichters (IHF-Lehr- und Ausbildungswerk). Zum Thema „offensive“ Abwehrformationen bzw. Manndeckung wurden folgende Feststellungen gemacht:
– Je nach Abwehrformation kann es für den Feldschiedsrichter immer schwieriger werden, alle Spieler im Rückraum im Auge zu halten. Dies gilt besonders für den Übergang von einfacher Manndeckung (5+1) über die doppelte Manndeckung (4+2), bis hin zur dreifacher (3+3) oder auch offener Manndeckung. Hier ist es unabdingbar, dass teilweise Aufgaben des Feldschiedsrichters (Beobachtung des Rückraumge- schehens und ballgebundene Aktionen an der Freiwurflinie)auf den Torschiedsrichter übergehen müssen. Allerdings ist in derartigen Fällen auch eine eindeutige Absprache über die jeweiligen Aufgabenbereiche zwischen den beiden Schiedsrichtern erforderlich.
– Für derartige Deckungssituationen kann empfohlen werden, dass der Feldschiedsrichter, besonders auch bei mehrfacher Manndeckung, nicht in der Mitte des Spielfeldes agieren sollte und auch nicht zu weit ins „Rückfeld“ hinter die Manndeckungspositionen gehen sollte. Ein wesentlich günstigeres Verhalten ist die  Bewegung zur Seitenlinie.
– Im Rahmen dieses Bewegungsverhaltens des Feldschiedsrichters sollte sich der Torschiedsrichter dann ebenfalls deutlicher zur Seitenlinie bewegen. Dadurch ergibt sich eine „diagonale Aufteilung“ der Beobachtungsbereiche. In extremen Spielsituationen kann es sogar ratsam sein, dass der Torschiedsrichter sich an der Seitenlinie ca. 1 – 1,5 m vom Eckpunkt aus Richtung Spielfeld verschiebt, um die Beobachtungsschwerpunkte auf der Gegenseite des Feldschiedsrichters besser abdecken zu können. Allerdings muss der Torschiedsrichter, entsprechend der spieltechnischen Entwicklung, in der Lage sein, möglichst schnell wieder auf seine „angestammte“ Position zu gelangen.
– Bei komplett offener Manndeckung besteht sogar das Erfordernis, dass der Torschiedsrichter an der Seitenlinie noch deutlicher nach vorne rückt. Hierbei könnte als Anhaltspunkt die Aufstellung des „ letzten Spieler“ der Abwehr bzw. für den Feldschiedsrichter die des „letzten Angriffsspielers“ sein. ( Jürgen Rieber)

Kommentar (2)

  • Schiri87| 1. März 2019

    Nicko, ich auch ;-))

  • Nicko| 27. Februar 2019

    Ich bin gespannt….

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